Jo-Jo-Effekt

Der geheime Code des Jo-Jo-Effekts ist entschlüsselt! Darmbakterien können den Jo-Jo-Effekt verursachen.

Durch Übergewicht verändert sich das Mikrobiom

Der Jo-Jo-Effekt ist ein mikrobiombedingter Mangel an Pflanzenstoffen

Als Jo-Jo Effekt bezeichnet man eine unerwünschte und schnelle Gewichtszunahme nach einer Reduktionsdiät. Bei wiederholten Diäten kann sich das Körpergewicht wie ein Jo-Jo auf und ab bewegen, wobei das neue Endgewicht oft höher ist als das Ausgangsgewicht [1]. Gegen den Jo-Jo Effekt konnte man bisher nichts machen und wer ihn schon einmal oder öfter hatte, weiß, wie frustrierend er ist. Die gute Nachricht ist, er hat weder etwas mit der genetischen Veranlagung zu tun, wie Zwillingsstudien gezeigt haben [2], noch ist er abhängig vom Anfangsgewicht [3] oder Fitnessgrad [4]. Mittlerweile hat man Hinweise, dass die metabolischen Komplikationen, die zum Jo-Jo-Effekt führen, im Darmmikrobiom verankert sind [5]. Bei Gewichtszunahme, also bei länger andauernder fett- und zuckerreicher Kost, verändert sich das Mikrobiom nachteilig. Das metabolische Gleichgewicht ist gestört und es entsteht eine Dysbiose. Nach erfolgreichen Reduktionsdiäten gehen dann allen anderen metabolischen Parameter, wie z.B. Fettstoffwechsel, Insulinlevel oder Energieverbrauch wieder zum normalen Ausgangszustand zurück. Lediglich die Dysbiose bleibt noch über mehrere Monate (15 Wochen) bestehen [6]. Kommt es wieder mit fett-und zuckerreicher Kost in Kontakt, entstehen die metabolischen Komplikationen, die zum Jo-Jo-Effekt führen. Es wurden 773 bakterielle Gene identifiziert, die bei Gewichtszunahme im Mikrobiom hochgeregelt wurden und die beständig jede Diät überdauern. Dazu gehören Gene, die die gesunden Pflanzenstoffe (Flavonoide) in einer Weise abbauen, die für den Menschen nicht weiter nutzbar ist. Vom Mikrobiom signifikant reduziert werden die Flavanone Naringenin und Apigenin, deren Metabolite sich entscheidend auf das metabolische Gleichgewicht auswirken, indem sie den Fettstoffwechsel, die Glukosetoleranz und den Energieverbrauch beeinflussen [7,8,9].

Die aktuell kursierenden Ratschläge gegen den Jo-Jo-Effekt sind dürftig

Der Mangel kann durch Supplementierung behoben werden

Als Tipps zur Vermeidung des Jo-Jo-Effekts erhält man nur wenig praktikables wie: langsam abnehmen und Blitzdiäten vermeiden oder treibe viel Sport und bleibe immer in Bewegung oder am besten mache doch gleich eine lebenslange Ernährungsumstellung!

Der Sinn hinter den Ratschlägen ist eindeutig und beschreibt die Tatsache, dass man den Kalorienverbrauch so lange hoch halten soll, bis sich das Mikrobiom erholt hat. Dass diese Tipps leider nicht für jeden Abnehmwilligen durchführbar sind, ist leicht einzusehen. Mit der richtigen Zufuhr von mikrobiomaktiven Flavonoiden kann beides erreicht werden und ist leicht in den Alltag integrierbar, da man sich nicht mehr unterkalorisch ernähren muss. Für die meisten ist es ja kein Problem eine Diät zu machen. Nur das Dauerhafte ist für viele nicht durchführbar. Wenn man den Diäterfolg absichern kann und wenigsten ein paar Kilo verliert, tut man seinem Körper ja schon viel Gutes.

Wer so etwas Schwieriges wie Gewichtsreduktion vor sich hat, sollte den Erfolg absichern

Abnehmen funktioniert nur über das Mikrobiom

Der intestinale Flavonoidgehalt ist durch zwei Begebenheiten unterdurchschnittlich niedrig. Zum einen wird bei der Gewichtszunahme als auch bei der  diätischen Reduktionskost viel zu wenig von den Pflanzenstoffen zu sich genommen und zusätzlich sorgt das dysbiotische Mikrobiom für einen erhöhten Abbau der gesunden Pflanzenstoffe. Kurios ist, dass sogar Diäten selber zu einem nachteilig verschobenen Mikrobiom führen können [10]. Überspritzt bedeutet das: Je konsequenter man hungert, desto weniger erfolgsversprechend können Diäten sein [11]. Trotzdem sind Diäten aber nach wie vor notwendig. Diät heißt dabei lediglich, weniger Kalorien zu sich zu nehmen als man verbraucht. Deshalb sollte man bereits diätbegleitend auf das Mikrobiom einwirken [12,13], um den Verbrauch hoch zu halten [14,15,16]. In Zeiten des Mangels sollten die Flavanone Naringenin und Apigenin dem Darm durch eine spezielle Verkapselung zugeführt werden, da sie sonst im Körper über den Phase-II-Metabolismus verstoffwechselt werden [17,18]. Aufgrund ihrer hohen Unlöslichkeit werden die wichtigen Stoffe  einfach ausgeschieden und können nicht dort wirken, wo am dringendsten benötigt werden. Sie haben eine sehr schlechte Bioverfügbarkeit. Das Problem der mangelnden Bioverfügbarkeit ist gelöst, wenn man es dem Darmmikrobiom bioverfügbar macht, um in den Genuss der diversen gesundheitsfördernden Eigenschaften zu kommen [19]. 

Einzelnachweise

[1] Seite „Jo-Jo-Effekt“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 2. Dezember 2019, 08:22 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jo-Jo-Effekt&oldid=194562039 (Abgerufen: 20. März 2020, 12:32 UTC)

[2] Pietiläinen, K. H. et al. Does dieting make you fat? A twin study. Int. J. Obes. (2012), 3: 456–464.

[3] Neumark-Sztainer, D. et al. Obesity, disordered eating, and eating disorders in a longitudinal study of adolescents: how do dietersarfe 5 years later? J. Am.Diet. Assoc. (2006),106: 559–568.

[4] Saarni, S. E. et al.  Weight cycling of athletes and subsequent weight gain in middleage. Int. J. Obes. (2006), 30: 1639–1644.

[5] Chilloux J. and Dumas ME. Are gut microbes responsible for post-dieting weight rebound? Cell Metab (2017),25: 6–7.

[6] Thaiss et al. Persistent microbiome alterations modulate the rate of post-dieting weight regain. Nature (2016), 540: 22-29. 

[7] Jung, U.J. et al. Naringin supplementation lowers plasma lipids and enhances erythrocyte antioxidant enzyme activities in hypercholesterolemic subjects. Clin. Nutr. (2003), 22: 561–568.

[8] Mollace, V. et al. Hypolipemic and hypoglycaemic activity of bergamot polyphenols: From animal models to human studies. Fitoterapia (2011), 82: 309–316.

[9] Oteiza P.I. et al. Flavonoids and the gastrointestinal tract: local and systemic effects. Mol Aspects Med (2018), 61: 41-49.

[10] Seganfredo F. B., et al. Weight-loss interventions and gut microbiota changes in overweight and obese patients: a systematic review. Obesity Reviews (2017), 18(8):  832–851.

[11] Hill, A.J. Does dieting make you fat? Br. J. Nutr. (2004) 92: 15–18.

[12] Heinsen F.A. et al. Beneficial Effects of a Dietary Weight Loss Intervention on Human Gut Microbiome Diversity and Metabolism Are Not Sustained during Weight Maintenance. Obes Facts (2016), 9: 379–391.

[13] Sivamaruthi B. S. et al. A Review on Role of Microbiome in Obesity and Antiobesity Properties of Probiotic Supplements. BioMed Research International (2019), Article ID 3291367: 20 pages. 

[14] Turnbaugh, P. J. et al. An obesity-associated gut microbiome with increased capacity for energy harvest. Nature (2006), 444: 1027–1031.

[15] Ridaura, V. K. et al. Gut microbiota from twins discordant for obesity modulate metabolism in mice. Science (2013), 341: 1241214.

[16] Ley, R. E. Obesity and the human microbiome. Curr. Opin. Gastroenterol. (2010), 26: 5–11.

[17] Hu, M. et al. Bioavailability of Polyphenols and Flavonoids in the Era of Precision Medicine. Mol Pharm. (2017),14(9): 2861-2863.

[18] Kanaze F. I. et al. Pharmacokinetics of the citrus flavanone aglycones hesperetin and naringenin after single oral administration in human subjects. European Journal of Clinical Nutrition (2007), 61: 472–477.

[19] Direito, R. et al. Phenolic Compounds Impact on Rheumatoid Arthritis, Inflammatory Bowel Disease and Microbiota Modulation. Pharmaceutics (2021), 13(2): 145.

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