Naringenin und Covid-19

Da Naringenin auch gegen Lungenprobleme hilft, wurde es auch schon in 12 wissenschaftlichen Veröffentlichungen als Mittel zur Bekämpfung von Covid-19 untersucht. Die Literaturstellen sind abgebildet. Die Publikationen, bei denen unten „Free PMC Article“ steht, sind frei zugänglich und können kostenfrei gelesen werden.

Covid-19 ist vor allem eine Erkrankung der Atemwege mit Fieber, Husten und Atembeschwerden als prominenten Symptomen, doch auch der Darm scheint eine wichtige Rolle zu spielen [1]. So treten auch Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bei SARS-CoV-2-Infizierten auf und scheinen auf einen schwereren Verlauf hinzudeuten. Bisher wurde gezeigt, dass die Diversität der Darmmikrobiota bei Covid-19-Patienten reduziert ist. Insbesondere nützliche Arten verschwinden und pathogene Spezies, wie Ruminococcus gnavus, Ruminococcus torques und Bacteroides dorei reichern sich an. Unterrepräsentiert waren dagegen Faecalibacterium prausnitzii, Eubacterium rectale und Bifidobakterien, also Arten, die sich förderlich auf die Darmbarriere auswirken und antiinflammatorisch sind [2], [3]. Vier verschiedene Bacteroidetes-Spezies, die zumindest bei Mäusen die Expression von ACE2 im Darm herunterregulieren, waren negativ mit einem SARS-CoV-2-Befall des Darms korreliert. Lagen diese Bakterien im Überfluss vor, war die Zahl der Viren gering.

FALSCHE ERNÄHRUNG ALS RISIKOFAKTOR

Eine Analyse der Blutproben der untersuchten Patienten zeigte, dass eine Störung des Darmmikrobioms mit erhöhten Konzentrationen an proinflammatorischen Zytokinen und Markern für Gewebeschäden assoziiert war. Das Mikrobiom könnte somit die Immunantwort auf die Coronavirus-Infektion mitbestimmen und die Krankheitsschwere beeinflussen. Belegt ist das alles noch nicht, aber durchaus plausibel, denn der Darm beherbergt den größten Teil des menschlichen Immunsystem und die Pathogenese von Covid-19 wird stark durch eine überschießende Immunantwort bestimmt. Industrialisierte Länder wie die USA und auch Länder Westeuropas seien trotz einer guten medizinischen Infrastruktur besonders stark von der Pandemie betroffen. Dies könnte darauf hinweisen, dass die westliche Ernährungsweise, die arm an Ballaststoffen und ein klassischer Risikofaktor für Störungen der Darmmikrobiota ist, eine negative Rolle spielen könnte [4].

Manche Dinge kann man nicht beeinflussen und da hilft es sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man selbst in der Hand hat. In Bezug auf Covid 19 heißt das, das eigene Immunsystem zu stärken. Dazu gehören ausreichend Vitamin C, Vitamin D, Zink und Spaziergänge oder Sport. Den Anteil, den mikrobiomaktives Naringenin an einer Immunantwort gegen Covid-19 hat, besteht in der Verbesserung der Darm-Barrierefunktion, Linderung von Lungenkrankheiten, Entzündungshemmung und Hochregulierung der richtigen Bakterien im Darm.

[1] Rajput, S. et al. COVID-19 and Gut Microbiota: A Potential Connection. Indian J Clin Biochem. (2021), 21;1-12 doi: 10.1007/s12291-020-00948-9. 

[2] Yeoh, Y.K. et al. Gut microbiota composition reflects disease severity and dysfunctional immune responses in patients with COVID-19. DOI: 10.1136/gutjnl-2020-323020

[3] Zuo, T. et al. Alterations in Gut Microbiota of Patients With COVID-19 During Time of Hospitalization. Gastroenterology (2020), 159(3) :944-955. doi: 10.1053/j.gastro.2020.05.048.

[4] Kim, H.S. Do an Altered Gut Microbiota and an Associated Leaky Gut Affect COVID-19 Severity? DOI: 10.1128/mBio.03022-20DOI: 10.1128/mBio.03022-20